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Greenpeace Aktionstage im OZEANEUM: Verschmutzung aus der Tube

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Winzig kleine Plastikteilchen aus Körperpflege- und Kosmetikprodukten sind ein großes Problem für die Meeresumwelt. Allein in Deutschland werden jährlich unter anderem rund 500 Tonnen Mikroplastik aus dem Kunststoff Polyethylen in Kosmetika eingesetzt. Dies entspricht der Ladung von ungefähr 50 vollen Müllwagen.

Bei den Aktionstagen vom 8. bis 12. August im OZEANEUM informiert Greenpeace, wie die Plastikteilchen ins Meer gelangen und wie sie sich auf die Meeresbewohner auswirken. „Es darf nicht sein, dass wir beim Duschen tagtäglich die Meeresumwelt vergiften. Mikroplastikpartikel müssen in Verbrauchsgütern, allen voran in Körperpflege- und Kosmetikprodukten, verboten werden“, so Sandra Schöttner, Greenpeace-Meeresexpertin.

Giftiges Mikroplastik gelangt auch in Nahrungskette

Mikroplastik wird beispielsweise als Schleifmittel in Peelings oder als Bindemittel in Duschgels eingesetzt. Es ist zu klein, um von Kläranlagen gefiltert zu werden und gelangt über die Abwässer in die Flüsse und ins Meer. Die Plastikteilchen ziehen häufig Umweltschadstoffe wie giftiges DDT oder PCB aus dem Wasser an und werden von Meeresbewohnern wie Plankton, Muscheln, Garnelen und Fischen gefressen. So kann das mit Giften angereicherte Plastik auch in die Nahrung der Menschen gelangen.

Bei den Aktionstagen im OZEANEUM führen Ehrenamtliche von Greenpeace den Besuchern Mikroplastik in Alltagsprodukten vor. Es gibt Bastelaktionen für Kinder, Infotafeln, Broschüren und Unterschriftenlisten für den Schutz der Meere. Interessierte erfahren, wie sie Pflegeprodukte mit Mikroplastik erkennen können. Dabei hilft auch die Smartphone-App „Beat the Microbead“. Naturkosmetik oder Produkte mit dem „Zero Plastic Inside“-Label sind die sicherste Variante für eine Mikroplastik-freie Hautpflege.

Kosmetikindustrie hat Mikroplastik-Problem nicht im Griff

Eine Abfrage von Greenpeace bei den 30 führenden internationalen Kosmetikherstellern hat Mitte Juli ergeben, dass die Kosmetikindustrie beim freiwilligen Verzicht auf Mikroplastik in ihren Produkten versagt. Alle Unternehmen verfehlen den aus Greenpeace-Sicht akzeptablen Standard einer wirkungsvollen Selbstverpflichtung. So definiert jeder Hersteller selbst, was er unter Microbeads versteht, auf welche Produkte sich der Verzicht bezieht und in welchem Zeitrahmen er umgesetzt wird.

Termin: Montag, 08. August bis Freitag, 12. August, 10 bis 17 Uhr.